mit
Christina Baldwin
und Ann Linnea
am 24.6. (16:00 h) - 29.6. (10:00) 2013
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Circle ist eine uralte Methode. Denn schon in grauer Vorzeit kamen Menschen in einem Kreis zusammen – sie trafen sich am Feuer, um wichtige gemeinsame Themen und Fragen zu besprechen, um sich auszutauschen, um Geschichten zu erzählen, und um die Wärme einer Gemeinschaft zu spüren. Der Kreis ist ein Teil der Geschichte von uns allen. Und er ist eine machtvolle, archetypische Form. Denn wenn Menschen in einem Kreis zusammenkommen, wird in dieser Gruppe eine besondere Qualität und Fokussiertheit erzeugt.
Doch der Kreis ist in Vergessenheit geraten. Längst haben wir uns daran gewöhnt, unsere Meetings um Tische – oft Flugzeugträger-große und Raum-füllende Tische – zu führen. Wir haben uns an einen künstlichen Überbau gewöhnt, der eine gute Begegnung und einen exquisiten Dialog behindert.
Dabei ist ein Kreis in den meisten Fällen das effektivste Meeting-Format, das es gibt. Christina Baldwin und Ann Linnea beschäftigen sich seit den Achtziger Jahren mit diesem wertvollen Erbe der Menschheit und haben daraus eine auch in der modernen Arbeitswelt praktikable Methode gemacht: Circle. Ihr in den Neunzigern veröffentlichtes Buch Calling the Circle haben sie jüngst praktisch neu geschrieben und unter dem Titel The Circle Way – A Leader in Every Chair heraus gebracht.

Circle ist natürlich viel mehr, als nur in einem Kreis und um ein gemeinsames Zentrum zu sitzen. Es geht letztlich darum, jeden der Beteiligten mehr in Kontakt mit sich und mit den anderen zu bringen, das Potenzial desganzen Menschen (also nicht nur seinen Verstand) zu nutzen und die Bedingungen für einen erfolgreichen und exquisiten Dialog zu schaffen. Circle beinhaltet neben vielem anderen ein sehr bewusstes Beginnen und Beenden des Treffens und eine deutliche Verlangsamung des Dialogs, wenn das erforderlich ist. Um wirklich gut im Kreis miteinander zu arbeiten, kommt es auf eine ganze Reihe von Kleinigkeiten an, die – richtig genutzt – zu Stellhebeln ungewöhnlicher Effektivität und Übereinstimmung werden.
Circle ist aus unserer Sicht eines der grundlegendsten Werkzeuge, das nicht nur Berater und Moderatoren, sondern sogar alle Führungskräfte in Zukunft beherrschen sollten – und wir meinen wirklich alle! Denn gerade in unserem eng getakteten, fragmentierten, oft hektischen und stark fordernden Alltag in Organisationen, der die Lebensgeister vieler Mitarbeiter strapaziert, braucht es Inseln – Inseln der Lebendigkeit. Inseln, in denen sich eine inspirierte Energie – unsere Lebensenergie – wieder Bahn brechen kann. Inseln, in denen wir mit unserer Intuition in Kontakt kommen und aus unserer Mitte agieren. Inseln, in denen wir gemeinsam wirklich nachdenken, voneinander lernen und kreative Durchbrüche erreichen können. Inseln, in denen, wenn erforderlich, auch Gefühle geheilt werden und die Gemeinschaft erneuert wird. Inseln, in denen die selbstorganisierende Dynamik des Lebens wirksam wird und die Gruppe höhere Ebenen der Kohärenz erreichen kann.
Circle beinhaltet auch Dialog (im Bohm'schen Sinne), stellt vor allem aber das Rüstzeug zur Verfügung, mit dem Führungskräfte und Berater auf täglicher Basis bewusst im Kreis arbeiten können.
Varianten des Kreises sind
- der Story Circle oder Heart Circle – ein Kreis, in dem bewegende Geschichten erzählt werden und der ein Team mehr zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen lässt
- der Listening Circle, der es ermöglicht, in schmerzhaften Situationen Emotionen zu heilen
- der Appreciation Circle, in dem Menschen gewertschätzt werden oder eine Gruppe einen energievolleren Blickwinkel auf ihre Situation einnimmt
- der Original Thought Circle, der in Situationen, wo viel Kreativität gebraucht wird, gemeinsames schöpferisches Denken fördert.
Zum Ablauf
Von
der Prämisse ausgehend, dass man den Kreis am besten erlernt, indem
man den Kreis "lebt", versammelt das Circle Practicum eine
Gruppe von maximal 16 Personen für viereinhalb Tage intensiven, erfahrungsorientierten
Lernens, welche das Sein im Kreis mit Training verbinden.
Jeder
Tag fokussiert auf ein Thema:
-
Individuelle Fähigkeiten und Praktiken: Was wir in den Kreis
einbringen
- Energetik:
Einen vitalen, interaktiven "Behälter" schaffen
- Herausforderungen
an den Kreis: Mit situativen Herausforderungen richtig umgehen
- Vision,
Realität, Intention: Den Kurs festlegen, um den Kreis in realen
Situationen zu nutzen
Zusätzlich zum Erwerb von Fähigkeiten bietet das Circle Practicum
die Gelegenheit ...
- langsamer
zu werden und die eigene Energie in guter Gesellschaft an einem schönen
Ort zu erneuern,
- uns
daran zu erinnern, was es bewirkt, die eigenen Gedanken in einem
wesentlichen Gespräch auszudrücken,
- zu
erfahren, was es bedeutet, eine Gemeinschaft der Reflexion, des
Abenteuers und der gemeinsamen Intention zu kreieren.